A PILOT EXPERIMENT

by Nadja Spanring








TOUR: Jochgrubenkopf von Kasern



Gebiet: Schmirntal | Zillertaler Alpen | Tirol
niedrigster Punkt: 1625 m
höchster Punkt: 2453 m
Exposition: Nord
Hangneigung: durchschnittlich 40 Grad

Beschreibung:
Von Kasern über Wiesen zum Bach und links des Lawinenkahlschlags über eine Brücke auf die andere Bachseite. Im Zickzack über den Kahlschlag hinauf - dabei rechts halten - bis man die Höhe der Seealm erreicht. Weiter, ein wenig flacher in das gewaltige Kar und je nach Möglichkeit - eher auf der linken Seite bzw. in der Mitte sehr steil aufwärts. Oben quert man unter einem sperrenden Felsriegel nach rechts und steigt auf die Kuppe, wo eventuell ein Skidepot eingerichtet wird.

Abfahrt wie Aufstieg. Ab der Seealm kann man bei wenig Schnee auf dem Forstweg abfahren. Unten gelangt man bei einer Kehre durch den Wald wieder nach rechts zum Parkplatz.


WETTER

heute

Das Hoch verstärkt sich, es gibt beste Wetterbedingungen für alle Aktivitäten in den Bergen. Der Wind weht nur mehr schwach und die Sonne ist ständiger Begleiter, die Sicht ist angesichts der trockenen Höhenluft ausgezeichnet. Durchwegs frühlingshafte Temperaturen, die Nullgradgrenze liegt auf ca. 2500m.

Temperatur in 2000m: 4 Grad
Temperatur in 3000m: -4 Grad



WIND

heute


Höhenwind: schwach aus Nordwest.




SCHNEEBESCHAFFENHEIT



heute


Mögliche Schwachschichten für Schneebrettlawinen findet man derzeit v.a. in Bodennähe. Stabilitätstests zeigen häufig, dass man meist große Zusatzbelastung benötigt, um diese zu stören. Die Bruchfortpflanzung ist dabei meist gut. Dies erklärt u.a. auch das Ausmaß der gestrigen Unfalllawine am Jochgrubenkopf in den Zillertaler Alpen. Gefahrenbereiche konzentrieren sich derzeit v.a. auf schattiges Gelände oberhalb etwa 2200m. Abgesehen davon ist die Schneedecke meist recht stabil. In extrem steilen, südseitigen Hängen bildete sich inzwischen bis etwa 2300m hinauf meist schon ein tragfähiger Harschdeckel. Bei guter Zeiteinteilung kann man somit heute teilweise Firn genießen. Ansonsten wechselt die Schneeoberflächenbeschaffenheit mitunter auf kleinem Raum, abhängig von der Seehöhe und Exposition.

wenig verspurte Bereiche - über 2200m - NW/N/NO: Altschnee



vereinzelt - unter 2300m - O/SO/S/SW: Gleitschnee

gestern


Die Schneedecke hat sich während der vergangenen Tage deutlich gesetzt und stabilisiert. Als mögliche Schwachschichten für Schneebrettlawinen kommen v.a. noch bodennahe Schichten in Frage. Schneedeckenuntersuchungen zeigen, dass man zu deren Störung in der Regel große Belastung benötigt. Die Bruchausbreitung ist allerdings vereinzelt noch recht gut, was sich auf die Größe ausgelöster Lawinen auswirken kann. Hochalpin findet man teilweise von Triebschnee überwehten Pulverschnee, der schattseitig vereinzelt noch gestört werden kann. Was die Schneequalität betrifft, so wirkt sich die Strahlung zunehmend aus. Harte, tragfähige Krusten unterhalb etwa 2200m im extrem steilen südexponierten Gelände, Bruchharsch in West- und Osthängen, Pulver in Schattenhängen, teilweise auch kleinräumig in rascher Abfolge, wechseln ab.

bisher geringe Verspurung - über 2200m - NW/N/NO: Altschnee



extrem steil - unter 2300m - SO/S/SW: Nassschnee

vor 2 Tagen


Schneedeckenuntersuchungen ergeben weiterhin, dass das Hauptproblem in bodennahen Schwachschichten zu finden ist. Allerdings zeigen diese auch, dass diese überwiegend nur mehr durch große Belastung zu stören sind. Während in besonnten Hängen die Verfestigung der Schichten untereinander bereits recht gut vorangeschritten ist, dauert diese in Schattenhängen noch etwas an. Deshalb sind Schattenhängen allgemein kritischer zu beurteilen, als besonnte Hänge, obwohl dort v.a. in größeren Höhen auch ein mögliches Altschneeproblem unverändert vorhanden ist. In großen Höhen führt Wind zu Verfrachtungen. Frische Triebschneepakete können auf überwehtem, lockeren Pulverschnee gestört werden. Durch die zu erwartende hohe Bewölkung sollte die tageszeitliche Erwärmung und Durchfeuchtung der Schneedecke in besonnten Hängen keine gefahrenverschärfende Rolle spielen.

schneearme Bereiche - über 2200m - NW/N/NO: Altschnee



v.a. in großen Höhen - über 3000m - NW/N/NO: Triebschnee

vor 3 Tagen


Die Schneedecke konnte sich inzwischen weiter setzen und dadurch stabilisieren. Bodennahe Schwachschichten innerhalb der Schneedecke sollten inzwischen nur mehr selten zu stören sein. Dies ist derzeit beginnend von 2200m im Sektor WNW über N bis ONO aufwärts, am ehesten jedoch im schattigen Gelände in größeren Höhen und dann v.a. an schneearmen Stellen denkbar. Ebenso kann nach Störung eines frischen Triebschneepakets (auf lockerem Pulverschnee) der Impuls groß genug werden, dass das Schneebrett bis zum Boden bricht.

mit Höhe zunehmend - über 2200m - NW/N/NO: Triebschnee



an schneearmen Stellen - über 2200m - NW/N/NO: Altschnee




LAWINENWARNSTUFE



heute


2 (mäßig) - Tendenz gleichbleibend

Die Lawinengefahr ist oberhalb etwa 2200m mäßig, darunter gering. Problembereiche für den Wintersportler konzentrieren sich unverändert auf sehr steile, bisher wenig befahrene Schattenhänge oberhalb etwa 2200m, dies vermehrt in den Regionen südlich des Arlbergs und südlich der Nord- und der Kitzbüheler Alpen. V.a. an Übergangsbereichen von wenig zu viel Schnee können dort insbesondere durch große Zusatzbelastung noch Schneebrettlawinen ausgelöst werden. Da die Lawinen in bodennahen, zusammenhängenden Schwachschichten brechen, erreichen diese mitunter auch größeres Ausmaß. Ansonsten ist im Tagesverlauf auf die oberflächige Durchfeuchtung der Schneedecke in extrem steilen, besonnten Hängen v.a in tiefen und mittleren Höhenlagen zu achten. Mitunter lassen sich durch Wintersportler am Nachmittag kleine Lockerschneerutsche auslösen.


Ganztags:

gestern


2 (mäßig) - Tendenz gleichbleibend

In Tirol überwiegen inzwischen recht günstige Verhältnisse. Oberhalb etwa 2200m herrscht mäßige, darunter geringe Gefahr. Mögliche Gefahrenstellen für den Wintersportler findet man v.a. noch in sehr steilen, bisher wenig befahrenen Schattenhängen oberhalb etwa 2200m. An schneearmen Stellen können dort insbesondere durch große Belastung noch Schneebrettlawinen in bodennahen Schwachschichten ausgelöst werden. Lawinen können in Folge mittlere Größe erreichen und dadurch gefährlich groß für den Wintersportler werden. Ansonsten ist im extremen, besonnten Steilgelände bis in mittlere Höhenlagen hinauf auf die oberflächige Durchfeuchtung der Schneedecke zu achten. Wintersportler können dort am Nachmittag mitunter kleine Lockerschneerutsche auslösen. Zudem sind hochalpin, also oberhalb etwa 3000m kleine Triebschneepakete entstanden, die im schattigen, kammnahen Gelände beachtet werden sollten.


Ganztags:

vor 2 Tagen


2 (mäßig) - Tendenz gleichbleibend

Die Lawinengefahr in Tirol ist von der Seehöhe abhängig. Oberhalb etwa 2200m herrscht mäßige, darunter geringe Gefahr. Problembereiche findet man v.a. noch in sehr steilen Schattenhängen von ca. 2200m aufwärts. Dort lassen sich Schneebrettlawinen Insbesondere noch durch große Zusatzbelastung auslösen. Dies ist v.a. an schneearmen Stellen bzw. an Übergangsbereichen von wenig zu viel Schnee möglich. Vorsicht: Ausgelöste Lawinen können mitunter gefährlich groß für den Wintersportler werden. In großen Höhen sollten zudem v.a. in kammnahen Steilhängen auf frische Triebschneepakete geachtet werden. Diese können vom erfahrenen Wintersportler leicht erkannt und umgangen werden. Vereinzelte, eher kleine Gleitschneelawinen auf steilen Grashängen sind v.a. in den schneereichen Regionen im Westen des Landes weiterhin nicht auszuschließen.


Ganztags:

vor 3 Tagen


2 (mäßig) - Tendenz gleichbleibend

Die Lawinengefahr ist weiter zurückgegangen. In den inneralpinen Regionen sowie den Regionen entlang des Alpenhauptkammes herrscht oberhalb etwa 2500m noch erhebliche Gefahr. Ansonsten ist diese meist mäßig, am Vormittag unterhalb etwa 2200m teilweise auch gering. Gefahrenstellen findet man vermehrt noch in sehr steilen Schattenhängen oberhalb etwa 2500m. V.a. im kammnahen Gelände sowie an Übergangsbereiche von wenig zu viel Schnee können dort Schneebrettlawinen noch durch geringe Belastung ausgelöst werden. Vereinzelt ist hochalpin, also oberhalb etwa 3000m, auch in den übrigen Expositionen im kammnahen Gelände auf kürzlich gebildeten Triebschnee zu achten. Im Tagesverlauf steigt die Gefahr mit der Sonneneinstrahlung leicht an. Aus extrem steilem südexponierten Gelände können unterhalb etwa 2300m kleine Lockerschneerutsche ausgelöst werden und in den besonders schneereichen Regionen sind auf steilen Grashängen vereinzelte Gleitschneelawinen nicht auszuschließen.


Vormittag:



Nachmittag: