A PILOT EXPERIMENT

by Nadja Spanring








TOUR: Geier von Lizumer Hütte



Gebiet: Tuxener Alpen | Wattener Lizum | Tirol
niedrigster Punkt: 2019 m
höchster Punkt: 2826 m
Exposition: Nord | Nordost
Hangneigung: durchschnittlich 40 Grad


Beschreibung:
Oberhalb der Waldgrenze gelegen bietet sich bereits vom Ausgangspunkt der Tour, der Lizumerhütte auf 2.019 Meter, ein weiter Blick aus dem Tal und in Richtung Süden auf die meist vorgespurte Route in den Talboden hinein. Gemütlich zu Beginn, steigert sich das Gelände in südwestlicher Richtung bis auf rund 2.650 Meter. Von dort folgt ein steilerer Osthang zum markanten Gipfelplateau, das eine traumhafte Aussicht, vor allem in Richtung Tuxer Hauptkamm bietet.

Abgefahren wird klassisch entlang der Aufstiegsspur über traumhafte Hänge bis zur Lizumerhütte.


WETTER

heute


Es steht nördlich wie südlich des Hauptkamms ein zunehmend windiger, aber durchaus sonniger Bergtag an. Die Wolkenfelder liegen weit über den Gipfeln und sind meist recht dünn, die Sicht- und Lichtverhältnisse sind gut. Es ist mild, Frostgrenze bei 2500m.

Temperatur in 2000m: 2 Grad
Temperatur in 3000m: -4 Grad






WIND

heute


Höhenwind: im Tagesverlauf immer stärker werdender Südwestwind.




SCHNEEBESCHAFFENHEIT



heute


Schneedeckenuntersuchungen zeigten gestern unterhalb etwa 2300m eine relativ rasche Stabilisierung der Triebschneepakete, die sich von vorgestern auf gestern gebildet haben. Darüber bleiben diese teilweise noch störanfällig. Ansonsten findet man unverändert lockere, bodennahe Schichten, die im Nahbereich von Krusten eingelagert sind. Zwar zeigen Tests auch dort eine gewisse Tendenz zur Besserung, jedoch bleiben diese insbesondere durch große Belastung an schneearmen Stellen störanfällig.

v.a. in größeren Höhen - über 2300m - NW/N/NO/O/SO: Triebschnee



v.a. schneearme Bereiche - über 2300m - W/NW/N/NO/O: Altschnee

gestern


Während der vergangenen 24 Stunden hat es in weiten Teilen Tirols geschneit. Meist waren es um 20cm, lokal auch mehr, im südlichen Osttirol bis 10cm. Somit ist während der vergangenen 2 Tage in der Höhe in Nordtirol sowie im nördlichen Osttirol meist zwischen 30cm und 50cm Schnee gefallen. Die Temperaturen waren anfangs noch kalt. Seit gestern ist die Temperatur dann wieder gestiegen. Als Schwachschicht für Schneebrettlawinen kommt deshalb bevorzugt der kürzlich gefallene Neuschnee, teilweise auch Graupel in Frage, der nun von Triebschnee überlagert ist. Lawinenabgänge, aber auch Stabilitätsuntersuchungen zeigen eine hohe Störanfälligkeit. Zusätzlich findet man in Bodennähe unverändert, lockere, kantige Schichten, von denen eine Störung weiterhin möglich ist, dies vermehrt an schneearmen Stellen.

mit Höhe zunehmend - über 1700m - N/NO/O/SO/S/SW/W/NW: Triebschnee



v.a. schneearme Stellen - über 2300m - W/NW/N/NO/O: Altschnee

vor 2 Tagen


Die am Wochenende bis teilweise 2400m hinauf zumindest oberflächig durchfeuchtete Schneedecke hat sich durch den Temperaturrückgang weiter stabilisiert. Verbreitet findet man eine meist brüchige, in mittleren Höhenlagen auch tragfähige Schmelzkruste. Darüber lagert nun Neuschnee, der vom Wind beeinflusst wurde. Am meisten geschneit hat es dabei in Westen des Landes mit meist 20cm, ansonsten waren es um 10cm. Die in Bodennähe vorhandenen lockeren, aufbauend umgewandelten Schichten zeigen weiterhin Tendenzen zur Bruchfortpflanzung und können v.a. an schneearmen Stellen gestört werden.

v.a. schneearme Stellen - über 2300m - W/NW/N/NO/O: Altschnee



zunehmend - über 1800m - N/NO/O/SO/S/SW/W/NW: Triebschnee

vor 3 Tagen


Gestern konnten wir uns im Rahmen einer großräumigen Geländeerkundung ein sehr gutes Bild über die Gesamtsituation im schneereicheren Westen des Landes machen. Wir beobachteten zahlreiche spontane Schneebrettlawinen aus allen Hangrichtungen, von denen die meisten am Wochenende bzw. in den Morgenstunden des Montags abgegangen sind. Oft erfolgten die Brüche bis in den störanfälligen Altschnee, kammnah in größeren Höhen immer wieder auch im Neuschnee. Unsere Schneedeckenuntersuchungen zeigten, dass Triebschnee vom Wochenende nicht mehr zu stören war, bodennahe, lockere Schichten allerdings schon noch. Häufig konnten Brüche aber nur durch große Belastungen verursacht werden. Dennoch: Belastungen an schneearmen Stellen können mitunter noch zu großflächigeren Lawinenauslösungen führen. Übrigens ist die Schneequalität mit häufig Bruchharsch eher schlecht.

vermehrt schattig - über 2300m - W/NW/N/NO/O: Altschnee



im Tagesverlauf - über 2500m - NO/O/SO/S: Triebschnee




LAWINENWARNSTUFE



heute


2 (mäßig) - Tendenz ansteigend

Die Lawinengefahr ist durch den Temperaturanstieg etwas zurückgegangen und oberhalb etwa 2300m häufig erheblich, darunter mäßig, unterhalb der Waldgrenze gering. Günstiger ist es weiterhin im schneearmen südlichen Osttirol. Gefahrenstellen findet man einerseits noch in Form von kürzlich entstandenen Triebschneeansammlungen beginnend von etwa 2300m aufwärts. Mit zunehmender Seehöhe nimmt sowohl die Störanfälligkeit als auch der Umfang und die Mächtigkeit dieser Triebschneepakete zu. Dennoch: Mit etwas Erfahrung in der Lawinenbeurteilung lassen sich diese Gefahrenbereiche leicht erkennen und somit ausweichen. Schwieriger einzuschätzen sind bodennahe Schwachschichten, die als Gleitfläche für Schneebrettlawinen dienen können. Vermehrt ist dies oberhalb etwa 2300m im schattigen Gelände, oberhalb etwa 2500m auch in besonnten Hängen denkbar. Dabei sind inneralpine Regionen, wie z.B. die Ötztaler, Stubaier, Tuxer und Zillertaler Alpen häufiger betroffen, als die übrigen Regionen. Aufpassen sollte man da v.a. im Bereich von schneearmen Stellen, wo eine Auslösung am ehesten möglich ist. Unverändert ein Thema bleiben Gleitschneelawinen auf steilen Wiesenhängen in den schneereicheren Regionen.


Ganztags:

gestern


3 (erheblich) - Tendenz gleichbleibend

Die Kombination aus anfangs noch kalten Temperaturen, Schneefall und dem in der Höhe starken Wind führen kurzfristig zu einer heiklen Lawinensituation für den Wintersportler v.a. oberhalb der Waldgrenze. Die Gefahr ist dort erheblich, darunter meist mäßig. Aufpassen heißt es v.a. auf die umfangreichen, frischen Triebschneepakete, die leicht durch geringe Belastung, also bereits durch das Gewicht eines einzelnen Skifahrers, ausgelöst werden können. Dies ist umso eher der Fall, je höher man raufkommt, weil die Triebschneepakete dann spröder und somit störanfälliger werden. Zusätzlich lassen sich Schneebrettlawinen immer noch im Bereich von bodennahen Schwachschichten auslösen. Vermehrt ist dies im Bereich von schneearmen Stellen schattseitig oberhalb etwa 2300m, in besonnten Hängen oberhalb etwa 2500m möglich. Zusätzlich ist auf steilen Wiesenhängen in schneereicheren Gebieten mit Gleitschneelawinen v.a. unterhalb von 2400m zu rechnen.


Ganztags:

vor 2 Tagen


3 (erheblich) - Tendenz gleichbleibend

Schneefall und Wind haben seit gestern nachmittags v.a. oberhalb der Waldgrenze zu einem Anstieg der Lawinengefahr geführt. Die Gefahr muss dort aufgrund frisch gebildeter Triebschneeansammlungen als erheblich eingestuft werden. Darunter ist die Gefahr verbreitet gering, im schneereicheren Westen des Landes wegen der Gefahr von Gleitschneelawinen mäßig. Das Hauptproblem bilden die seit gestern gebildeten Triebschneepakete. Deren Anzahl und Störanfälligkeit nehmen mit der Seehöhe zu. Vermehrt trifft man solche Gefahrenbereiche aufgrund der vorherrschenden Windrichtung im Sektor NO über O bis SO an. Dennoch ist in allen Expositionen auf frische Triebschneepakete im sehr steilen Gelände zu achten. Der Vorteil: Mit etwas Erfahrung lassen sich solche Gefahrenstellen leicht erkennen. Zusätzlich gibt es v.a. oberhalb etwa 2300m auch noch ein Altschneeproblem aufgrund von bodennahen Schwachschichten. Besonders an Übergangsbereichen von schneearmen zu schneereichen Stellen lassen sich im sehr steilen Gelände Schneebrettlawinen auslösen. Dazu bedarf es inzwischen meist großer Zusatzbelastung. Vermehrt betroffen ist davon oberhalb etwa 2300m schattiges Gelände, oberhalb etwa 2500m auch besonnte Hänge. Ab den Abendstunden steigt die Gefahr dann unterhalb der Waldgrenze zumindest auf mäßig an.


Ganztags:



Nachmittag:

vor 3 Tagen


2 (mäßig) - Tendenz gleichbleibend

Die Lawinengefahr ist mit dem Temperaturrückgang zurückgegangen und kann im Großteil des Landes als mäßig, unterhalb etwa 2000m meist als gering eingestuft werden. Etwas ungünstiger ist die Situation nur noch in den Tuxer und den Nördlichen Ötztaler und Stubaier Alpen, wo die Gefahr oberhalb etwa 2300m erheblich, darunter mäßig, unterhalb der Waldgrenze gering ist. Im Tagesverlauf steigt die Gefahr mit dem angekündigten Neuschnee in großen Höhen leicht an. Es ist dann auf frische Triebschneepakete vermehrt im sehr steilen, kammnahen Gelände zu achten. Das Hauptproblem ergibt sich allerdings weiterhin nicht durch den frischen Triebschnee, sondern durch bodennahe Schwachschichten. Inzwischen lassen sich diese auch aufgrund einer etwas mächtigeren Schneeauflage meist nur mehr durch große Belastung und dann v.a. noch an Übergangsbereichen von wenig zu viel Schnee stören. Vermehrt betroffen ist der Sektor WNW über N bis ONO oberhalb etwa 2300m. In besonnten Hängen ist dies v.a. noch oberhalb etwa 2500m der Fall. In den Tuxer und den Nördlichen Ötztaler und Stubaier Alpen schätzen wir die Auslösewahrscheinlichkeit weiterhin etwas höher ein. Im schneereicheren Westen des Landes können weiterhin auf steilen Wiesenhängen Gleitschneelawinen abgehen.


Vormittag:



Nachmittag: